Marc L. Vogler
komponist | pianist | dirigent

Corona-Requiem  Requiem Covid-19

Gewidmet den Opfern der weltweiten Pandemie Covid-19   ·   Dedicated to the victims of the global pandemic Covid-19   ·   Dédié aux victimes de la pandémie de Covid-19


URAUFFÜHRUNG am 11.09.2022 (Livestream)





BILLBOARDS (2020)

requiem  =  lat. Ruhe, Rast  ·  silence, rest  ·  silence, repos

Fotografie der Partitur (Dies Irae): Idur Eckle / Fotos der Billboards: © Vogler

Die erste Uraufführung des Requiems fand noch während des Lockdowns 2020 statt: im Rahmen von "AnsehBar" (Szeniale 2020) wurde vom 10. Juli bis 10. August 2020 eine Fotografie der Partitur als "stumme Musik" (Requiem von lat. requies : „Ruhe, Rast, Todesruhe“) auf Werbeplakatwänden im Gelsenkirchener Stadtraum ausgestellt. Als Symbol für die  kulturelle Leerstelle eines Corona-bedingt verstummten Kulturbetriebs war ein handgeschriebener Partiturausschnitt als stumme Topographie einer musikalischen Landschaft, als Bauplan einer musikalischen Architektur auf Billboards im Stadtraum zu sehen. Über einen QR-Code gelangte man zu einem Audio-Demo des gezeigten Partiturausschnitts.


PRESSE UND MEDIEN

Beitrag in der WDR Lokalzeit Düsseldorf vom 09.09.2022










Beitrag in der WDR 3 Sendung Tonart


Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 8. September 2022

Rheinische Post, 01. September 2022

Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 3. Juli 2020



ZUM STÜCK

Kurz nach dem Ausbruch der weltweiten Covid-19-Pandemie begann Marc L. Vogler im Frühjahr 2020 mit der Arbeit an einer Komposition, die sich mit der Pandemie und deren gesellschaftlichen und kulturellen Folgen auseinandersetzen sollte.

Im Rahmen eines Stipendiums der Stadt Gelsenkirchen entstand daraus das Corona-Requiem (Requiem Covid-19) für Bass, Chor, Orgel und Orchester, welches Vogler den Opfern der Pandemie widmete.
Inspiriert von Benjamin Brittens War Requiem collagiert das Corona-Requiem die vom Chor gesungenen Requien-Elemente (Dies Irae, Lacrimosa, Confutatis etc.) mit einem nicht-liturgischen Text als Narrativ: der Einleitung zu Giovanni Boccaccios Decamerone, Schilderung des Pesteinfalls in der Stadt Florenz im Jahr 1348. Als Vorbild vieler weiterer abendländischer Novellensammlungen dient die Einleitung zu Boccaccios Decamerone (1350-1353) noch heute als historische Quelle der mittelalterlichen Pestplage und wird innerhalb des Corona-Requiems von einem Bass-Solisten als ‚Erzähler‘ vorgetragen.
Die frappierende Ähnlichkeit der Erzählung aus dem 14. Jahrhundert mit der Gegenwart des Corona-Jahres 2020 nahm Vogler zum Anlass, es als textliche Basis seines Requiems zu verwenden, welches auf kompositorischer Ebene versucht, die historische Form der Totenmesse mit neuem Leben zu füllen – „Das längst Vergangene wird zum Träger der Utopie […], der Anachronismus zum Boten der Zukunft“ (T. W. Adorno)

So wie der Boccaccio-Text während der damaligen Epidemie entstanden ist, wurde auch das Corona-Requiem zum authentischen Zeitdokument der beginnenden Corona-Krise. Dies hatte jedoch zur Folge, dass selbst Monate nach der Fertigstellung der Partitur eine Uraufführung noch immer undenkbar war, da die Pandemie Konzerte, zumal mit Chorgesang, lange unmöglich machte.
Nachdem nach der Billboard-Veröffentlichung eine für 2020/21 – und damit noch unter Corona-Hygienemaßnahmen konzipierte – Uraufführung des Requiems im Autokino scheiterte, wurden Mitte 2021 Giovanni Solinas und der Motette-Verlag auf das Stück aufmerksam, publizierten die Partitur und planten gemeinsam mit der Pfarrei St. Cornelius und Peter dessen Uraufführung mit den Niederrheinischen Sinfonikern.



NOTENMATERIAL

PARTITUR (hier klicken) und KLAVIERAUSZUG (hier klicken) des Corona-Requiems werden im Motette-Verlag verlegt und sind auf dessen Homepage erhältlich. Die Orchesterstimmen (Leihmaterial) sind  auf Anfrage beim Verlag erhältlich.